Nachhaltigkeit

Was ist das?

Wikipedia:
„Zielbündel, das ökologische, soziale und ökonomische Ziele gleichermaßen anstrebt…. Die 1983 von den Vereinten Nationen eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) beeinflusste die internationale Debatte über Entwicklungs- und Umweltpolitik maßgeblich, ohne jedoch auf den Ursprung in der deutschen forstwirtschaftlichen Debatte Bezug zu nehmen. Die Kommission unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland hatte den Auftrag, langfristige Perspektiven für eine Entwicklungspolitik aufzuzeigen, die zugleich umweltschonend ist. In ihrem auch als Brundtland-Bericht bekannt gewordenen Abschlussdokument Unsere gemeinsame Zukunft aus dem Jahre 1987 ist das von diesem Leitgedanken inspirierte Konzept der nachhaltigen Entwicklung definiert.“

Diese Entwicklung bedeutet eine enorme Umstellung der gesamten Infrastruktur.

Wer soll das bezahlen?

Dazu schreibt die EU-Kommission:

„Was ist nachhaltige Finanzierung? Nachhaltige Finanzierung bezeichnet den Prozess, bei dem Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) bei Investitionsentscheidungen im Finanzsektor berücksichtigt werden. Dies führt zu langfristigeren Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten und Projekte. Zu den Umweltaspekten zählen beispielsweise Klimaschutz und -anpassung sowie der Umweltschutz im Allgemeinen, wie etwa der Erhalt der Biodiversität, die Vermeidung von Umweltverschmutzung und die Kreislaufwirtschaft. Soziale Aspekte umfassen Themen wie Ungleichheit, Inklusion, Arbeitsbeziehungen, Investitionen in Menschen, ihre Fähigkeiten und Gemeinschaften sowie Menschenrechte. Die Governance öffentlicher und privater Institutionen – einschließlich Managementstrukturen, Mitarbeiterbeziehungen und Vergütung von Führungskräften – spielt eine grundlegende Rolle, um die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte im Entscheidungsprozess sicherzustellen.“

Beitrag aus der Akademie der „ZEIT“

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Warum ist bei „Ausgleichszertifikaten“ zur CO2-Neutralisierung Vorsicht geboten?

Darüber informiert die SWR-Dokumentation „Verschollen – Schmutzige Geschäfte mit dem Klimaschutz“ und illustriert die Bedenken an einem sehr gravierenden Beispiel aus Brasilien.

„Es soll ein gigantisches Programm zum Schutz unseres Klimas werden: Mit Milliarden Dollar will die Weltbank die globale Erderwärmung aufhalten. Das Steuergeld geht an Konzerne, die zum Ausgleich für ihre schädlichen Emissionen Wälder aufforsten. Das ambitionierte Programm soll auf der Weltklimakonferenz COP 30 in Brasilien vorgestellt werden, im Herzen der tropischen Urwälder, in Belem am Amazonas. Es klingt nach einem guten Plan: Die grüne Lunge des Planeten heilen! Riesige Investitionen, Entschlossenheit, Tatkraft und internationale Kontrolle durch Zertifizierer, die unabhängig prüfen, ob das viele Geld auch ökologisch eingesetzt wird – zum Schutz der Wälder, im Einklang mit der Natur und den Menschen, die darin leben! Ein Vorzeigeprojekt, … (SWR)

Bericht der Bundesregierung (07. 08. 2025):

„Der Treibhausgasausstoß geht in Deutschland kontinuierlich zurück. Zuletzt sind die Klimagasemissionen von 2023 auf 2024 um 3,4 Prozent gesunken. Die Analysen des ERK verdeutlichen, dass die THG-Emissionen im Zeitraum 2014 bis 2023 stärker gesunken sind als noch im Zeitraum 2010 bis 2019. Die Emissionen sind in allen Sektoren zurückgegangen.“ (S. 15)

„Die Schäden durch extreme Wetterereignisse in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2021 werden auf mindestens 145 Milliarden Euro geschätzt. Bis zur Mitte des Jahrhunderts werden – je nach Ausmaß der Erderwärmung – kumulierte volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 280 bis 900 Milliarden Euro erwartet. Zu den finanziell messbaren Schäden kommen zahlreiche gesundheitliche Beeinträchtigungen, Todesfälle durch Hitze und Überflutungen, die Belastung von Ökosystemen, der Verlust von Artenvielfalt sowie die Minderung von Lebensqua-
lität2. Schreitet der Klimawandel ungebremst voran, gehen damit zudem erhebliche soziale Risiken einher, die insbesondere einkommensschwache und vulnerable Gruppen vor existenzielle Probleme stellen, da ihnen kaum Mittel zur Anpassung an die veränderten Klimabedingungen zur Verfügung stehen. Der Klimawandel verstärkt soziale Ungleichheiten.“ (S. 13)

Hier geht es zum Bericht!

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Missbrauch des Begriffs „klimaneutral“

Im Lexikon „Wikipedia“ finden wir folgenden Eintrag:

„Viele Organisationen und Wissenschaftler lehnen „klimaneutral“-Werbung von Unternehmen ab, wenn diese auf Kompensation beruht. Im Gegensatz zu Staaten mit eigenen Territorien und Kohlenstoffsenken sei Klimaneutralität für Unternehmen nicht erreichbar. Der Begriff werde für Greenwashing-Zwecke missbraucht. Die Ökonomin Claudia Kemfert schreibt beispielsweise: „Die vernünftige Idee der CO2-Kompensation wird durch Tricks pervertiert.“[26]

Die Werbeaussage „klimaneutral“ ist weder durch europäisches noch deutsches Recht definiert. Dementsprechend gibt es auch keine Vorgabe, dass Unternehmen die eigenen Emissionen reduzieren müssen. Stattdessen können sie CO2-Gutschriften kaufen und damit die Emissionen kompensieren. Die Organisation foodwatch bezeichnet dies als „modernen Ablasshandel“. „Werbesiegel wie ‚klimaneutral‘ sagen nichts über die Umweltfreundlichkeit eines Produkts aus.“ Auch die Verbraucherzentralen und die Deutsche Umwelthilfe fordern deshalb ein Verbot von Werbung mit angeblicher „Klimaneutralität“.“

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen durch Zertifikate?

3 Sat: CO2 als Handelsware – Lösung oder Irrweg?
Unvermeidbare CO2-Emissionen sollen mit Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden. Kann die sogenannte Kompensation helfen, die Klimakrise zu bewältigen?

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DIE ZEIT veröffentlichte kürzlich eine Untersuchung zu fragwürdigen Zertifikaten im Bereich Waldschutzprojekte.

Klimabericht der UN

Im November 2023 veröffentlichten die Vereinten Nationen den neuesten Bericht über die versäumten Klimaschutzziele aller Länder in Relation zum Pariser Klimaschutzabkommen.

„Die Menschheit untergräbt die eigenen Verpflichtungszusagen, wenn es um den Klimawandel geht. Die Treibhausgasemissionen erreichten 2022 einen neuen Höchststand. Im September 2023 lagen die globalen Durchschnittstemperaturen 1,8 °C über dem vorindustriellen Niveau. Wenn dieses Jahr vorbei ist, wird es laut dem Copernicus-Klimawandeldienst der Europäischen Union mit ziemlicher Sicherheit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein.“ (Vorwort)

Was versteht man unter Klimaneutralität?

Das Europäische Parlament definiert:

„Klimaneutralität bedeutet, ein Gleichgewicht zwischen Kohlenstoffemissionen und der Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Kohlenstoffsenken herzustellen. Um Netto-Null-Emissionen zu erreichen, müssen alle Treibhausgasemissionen weltweit durch Kohlenstoffbindung ausgeglichen werden.“

Der Weltklimarat definiert:

KLIMANEUTRAL: Ist streng genommen der weitestgehende Begriff, weil er über die menschengemachten Treibhausgase hinausgeht. Der Sonderbericht 1,5 °C globale Erwärmung des IPCC definiert in seinem Glossar den Terminus „climate neutrality“ als einen Zustand, in dem „menschliche Aktivitäten keine Nettoauswirkung auf das Klimasystem haben“. Der Begriff umfasst daher neben Treibhausgasen auch Änderungen bei der Landnutzung, den Rückgang von Eisflächen und alle anderen Handlungen, die das Klima beeinflussen.

Was man genau unter „Klimaneutralität“ versteht, erfahren Sie hier!

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Die „ZEIT“ veröffentlichte am 14.9.2023 die wichtigsten Tatsachen und notwendigen Maßnahmen im Überblick .

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